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Diese eine Welt

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Im Jahre 2010 begann ich, mich mit den Nasca-Linien zu beschäftigen. Ich fragte mich, ob man die Scharrbilder auch über Satellitenaufnahmen würde erkennen können.

An diesem Sommerabend ahnte ich nicht, dass ich mich an einem Wendepunkt meines Lebens befand. Nasca würde mich nie wieder loslassen.

Nasca

Die Nasca-Ebene in Peru besticht durch ihre Geoglyphen. Dies sind Linien und Bilder, die auf einer Fläche von 500 Quadratkilometern in den Boden gescharrt wurden. Wann und warum dies geschah, darüber gibt es viele verschiedene Theorien. Zur Zeit nimmt man an, dass in den Jahren 800 v. Chr. bis 600 n. Chr. hier gearbeitet wurde. Im Jahre 1924 wurden die Linien vom Flugzeug aus entdeckt.



Nach meinen Recherchen zeigt die Nasca-Ebene uns eine übergroße Darstellung der Phoenix-Geschichte, der Geschichte der Auferstehung und der Wiedergeburt.

Der Phoenix legt alle 500 Jahre ein Ei, tötet sich mit Hilfe der Sonnenstrahlen, um wieder erneuert aus dem Ei zu schlüpfen. Über der eiförmigen Nasca-Fläche sehen wir den aufsteigenden, aus der Asche wiedergeborenen Phoenix, der nach Osten fliegt.

Die Erbauer der Nasca-Scharrbilder versuchten mit ihren riesigen Tierzeichnungen auf der Altar-Platte des Nasca-Feldes den Ursprung der Welt, die Schöpfungsgeschichte, die Zusammengehörigkeit und den ewigen Kreislauf alles Lebenden in Erinnerung zu halten.



 © public domain Der in Stein gearbeitete Phoenix mit einer Spannweite von 1200 Metern © Kay Pacha

  • Im Lateinischen, Spanischen und Italienischen ist nascar, nazca, bzw. nasca eine Verbkonjugation mit der Bedeutung = geboren werden, gezeugt werden, aus etwas schlüpfen.
  • Peru-Re ist eine Erscheinungsform des ägyptischen Sonnengottes Re. Mit Peru-Re (ägyptisch: chprw) wird er als Herr des Gestaltens, als Schöpfergott bezeichnet, der für das Werden, Entstehen und die Schöpfung aller Dinge zuständig ist. Peru-nefer, ein Begleitname, mit dem später auch Echnaton (altägyptischer Pharao und Vater von Tutanchamun) bezeichnet wurde, ist der Name eines ägyptischen Hafens, der um 1450 v. Chr. als wichtige Militär- und Flottenbasis galt.
  • Die nebenstehende ägyptische Hieroglyphe, die wie ein Ei © public domain aussieht, hat die Wortbedeutung Sohn.
  • Die Geschichte des Weltenei ist in vielen Kulturen verankert. Das Ei steht für den Beginn der Schöpfungsgeschichte.

chinesisches Schriftzeichen für //Feld//

  • Die Rubrik Mythologie, das Elysium - das selige Feld im äußersten Westen des Erdkreises und der Heilige Gral geben einen tiefen Einblick in die Bedeutung des Nasca-Feldes.
  • Nebenstehend das chinesische Schriftzeichen für Feld.
  • In der alten heiligen Sprache der Inder, dem Sanskrit, gibt es das Wort Amaraka, welches mit Land der Unsterblichen übersetzt wird und in der sprachlichen Entwicklung zu dem heutigen Wort Amerika führte. Mehr zu diesem Thema unter der Rubrik "Osterinsel". In der Sprache der Kelten heißt 'Land am Meer' = Armorica oder Aremorica.

Maria Reiche

Foto Maria Reiche 20. Mai 1975 © Kay Pacha Maria Reiche im Alter von 7 Jahren © public domain

Eine Deutsche, Maria Reiche, geb. 15. Mai 1903, erfuhr 1939 von den geheimnisvollen Zeichnungen und verbrachte den Rest ihres Lebens bis 1998 mit deren Erforschung. Sie studierte zuvor in Dresden in den 20er Jahren Mathematik, Physik, Geographie, Philosophie und Pädagogik. Allein die Studiengänge zeigen, dass sie eine vielseitig interessierte Frau war. Unermüdlich fegte sie mit einem Reisigbesen die Linien frei, um sie sichtbar zu machen und vermessen zu können. Sie legte Karten an und grübelte über den Bezug der Symbole zum Sternenhimmel.

Bekannt wurde sie, als sie sich mit 52 Jahren an den Kufen eines Helikopters festbinden ließ, um Luftaufnahmen der Scharrbilder machen zu können.

Durch ihren unermüdlichen Einsatz erreichte Maria Reiche, dass die Nasca-Ebene als Welterbe durch die UNESCO geschützt wird. Leider sind trotzdem bereits einige Scharrbilder durch Autoreifen zerstört worden. In Maria Reiches Buch 'Geheimnis der Wüste' findet man noch Fotos und Zeichnungen der heute nicht mehr erkennbaren Symbole.

Handsignierung ihres Buches 'Geheimnis der Wüste' © Kay Pacha

Maria Reiche 1972 über ihre Arbeit: “Am Ende bin ich auf dem sicheren Weg, obwohl der Prozess nur langsam vor sich geht, und ich scheue nicht die Müh. Ich erwarte auch nicht, dass man mich versteht oder dass man meine Resultate akzeptiert. Mir reicht es, die Wahrheit zu kennen, und dann sterbe ich, und dann werden die Leute es vielleicht akzeptieren.”

“Alles im Leben hat mich für diese Arbeit vorbereitet. Die Isolation, in der ich mich befand, als der Bruder geboren wurde und meine Eltern mich ins Abseits stellten,…, all das machte aus mir einen introvertierten Menschen. All dies gab mir eine gewisse Distanz, weil ich nie der populäre Typ war. Manchmal wollte ich es sein, aber ich konnte es nie sein. Was mich zu dieser Arbeit verpflichtet hat, war die Neugier: Ich wollte es wissen!”

“Die Götter haben meine Reise gelenkt, und meine Arbeit.”

Scharrbilder / Felsbilder

Alle Scharrbilder sind als Labyrinth angelegt. Wie man durch bodentechnische Untersuchungen feststellen konnte, wurden die Linien teilweise von Menschen begangen und für kultische Zwecke genutzt. Britische Archäologen vermuten allerdings, dass die wahre Bedeutung der Wüstenzeichnungen in ihrer Erbauung und nicht in ihrer Nutzung lag.

Für alle, die sich bei Google Earth selbst auf der Fläche umschauen möchten hier ein wichtiger Tipp. Die Satellitenaufnahmen von 2010 haben eine wesentlich bessere Auflösung als die augenblicklichen Aufnahmen. Unter dem Menüpunkt Historische Bilder kann man die Bilder aus älterer Zeit aufrufen. Die Aufnahmen meiner Internet-Seite wurden 2012 von Google Earth Pro bezogen.

Zelt / Muschel

Maya-Schriftzeichen © public domain

Das erste Scharrbild, das ich mir genauer ansah, war das Zelt (ca. 94 Meter breit), welches auch als Muschel bezeichnet wird.

Ich hatte viel über die Urbevölkerung Amerikas gelesen. Wie lebten diese Menschen? Wie wohnten sie? Mit welchen Werkzeugen verrichteten sie ihre tägliche Arbeit und welche Nahrungsmittel standen ihnen zur Verfügung?

Da über die Bewohner von Nasca nicht viel bekannt ist, wandte ich mich den Maya zu. Ich erfuhr, dass in ihrer Zeit alle Bauten eckig angelegt waren. Mit einer Ausnahme. Die Schwitzhütte, welche aus Zweigen und Fellen bestand und für kultische und religiöse Zwecke genutzt wurde, war zeltförmig angelegt und wies immer einen Eingang nach Westen auf. Vor der Schwitzhütte wurde ein Feuer entfacht und der Rauch in das Zelt hinein gefächert. Durch halluzinierende Kräuter, Hitze und der verringerten Atemluft erreichte der Schamane in der Schwitzhütte einen Bewusstseinszustand, der ihm unter anderem bei der Suche nach seinem Krafttier half.

Schwitzhütte © Public domain

Die Zeltöffnung des Symbols auf der Nasca-Ebene ist nach Westen ausgerichtet. Durch das Symbol hindurch laufen Bodenlinien, ausgetrocknete Flußläufe, die an aufsteigenden Rauch erinnern, der oberhalb des 'Zeltes' austritt. In diesem Moment wurde mir klar, dass die Schaubilder in die Naturlinien bewusst eingebaut worden waren, um deren Aussagekraft zu verstärken.

Links vor der Schwitzhütte kann man den aufgeschichteten Holzstapel erkennen. Rechts vor der Hütte steht ein Schamane mit einem Vogelkopf, der sich auch in vielen Hieroglyphen der Maya wieder findet.

Die Ägytische Hieroglyphe Imi-weret Imi-weret © public domain deckt mehrere zutreffende Bezeichnungen ab. Zum einen ist hiermit der Westen, das Totenreich der Ägypter gemeint (die Zeltöffnung ist nach Westen ausgerichtet). Zum anderen bezeichnet die Hieroglyphe eine Organisation von Priestern (Priesterphyle), die sich monatlich bei der Bewachung der Sonnenheiligtümer abwechselten.

Gespannt folgte ich dem aufsteigenden Rauch und den Pfeilen, die in den Fels eingearbeitet waren und stieß auf eine helle Fläche. Als ich den Blick höher zoomte, formte sich vor meinen Augen ein Bild, der…

Phoenix

Er hat eine Spannweite von ca. 1200 Metern und hebt sich deutlich vom umliegenden Gestein ab.

Rinasce piu gloriosa („Er entsteht neu in größerem Glanz“) © Public domain

Unter ihm befinden sich Felsformationen, die wie eine in sich drehende Rauchsäule wirken, an deren Spitze der Phoenix Richtung Osten emporsteigt. Nach alter Legende beendet der Phoenix alle fünfhundert Jahre sein Leben. Er baut sich im Eichengezweig ein Nest, legt ein Ei und lässt sich von den Strahlen der Sonne verbrennen. Aus dem Ei schlüpft der junge Phoenix, der seinen toten Vater mit Hilfe der Eihülle in die Sonnenstadt Heliopolis fliegt und dort beisetzt.

Wenn der Phoenix sich selbst befruchtet und ein Ei legt, muss er ein Zwitterwesen sein. Dies ist ein Bestandteil aller Schöpfungsgeschichten. Der Schöpfergott, die absolute Einheit, lässt eine Zweiheit entstehen. Aus diesem Zwitter, der sich in ein männliches und ein weibliches Wesen spaltet, entsteht alles weitere Leben. Diese Aussage finden wir auch in der Bibelgeschichte, wo aus Adams Rippe Eva ensteht. (Adam = hebräisch: Mensch)

Der Phoenix, gleichzusetzen mit dem altägyptischen Horus oder benu, wird übersetzt mit: „Der Wiedergeborene/Der neugeborene Sohn“. Laut dem ägyptischen Totenbuch muss in der Halle des Osiris folgende Rechtfertigung des Toten erfolgen: “Meine Reinheit ist die Reinheit jenes großen Benu-Vogels (Phoenix).”

Drache

feuerspuckender Drache © public domain

Wenn man den Phoenix dreht, kann man einen Drachen erkennen, der Feuer spuckt. Im altägytischen Totenbuch wird folgender Anruf an die 42 Totenrichter gerichtet: “O Brennender, der umgedreht hervorgeht….Knochenbrecher…Flammenreicher…Grubenbewohner…”.

Ich wusste, dass die Chinesen glauben, ihre Urväter seien mit Hilfe des Phoenix und des Drachen auf die Erde gelangt. Ausserdem steht der Drache in China für den Kaiser und der Phoenix für die Kaiserin.

In der Astronomie wird die Bedeutung des Drachen bei der Sonnen- und Mondfinsternis deutlich. Nur an einem bestimmten Schnittpunkt der Mondbahn zur Sonne ist eine Mond- bzw. Sonnenfinsternis möglich. Schon in der Antike wurde dieser Schnittpunkt Drachenpunkt genannt. Der Drache, Gegenspieler der Sonne, verschluckt diese in seinen Rachen. Der Drachenpunkt wird mit folgendem Symbol dargestellt ☊. Dieses Symbol erinnert stark an die heiligen Paddel Rapa, die auf der Osterinsel eine große religiöse Beutung haben.

Bei den Maya wird häufig ein menschliches Gesicht dargestellt, das aus einem aufgerissenen Schlangenrachen herausschaut. Diese Skulpturen werden von den Anhängern der außerirdischen Theorie meistens als Astronauten gedeutet. Es handelt sich hierbei aber meiner Meinung nach um die symbolische Darstellung der Sonnen- bzw. Mondfinsternis.

Hände/ Kleiner Vogel

Die als 'Hände' titulierte Zeichnung der Nasca-Ebene ergibt aus dem richtigen Blickwinkel ein völlig anderes Bild.

Oberhalb des Symbols steht ein Aussichtsturm, der von Touristen gern genutzt wird, leider aber dazu führt, dass sie die Zeichnung aus der falschen Perspektive betrachten. Dreht man das Bild um 180°, erkennt man einen kükenähnlichen Vogel. Bei genauerem Hinsehen werden auch der Schnabel und die Augen sichtbar. “Das ist Tweety!”, rief meine Tochter erstaunt aus, als ich ihr das erste Mal kommentarlos die Geoglyphe zeigte. (Sylvester und Tweety - Katze und Vogel - waren in den 50er Jahren bekannte Zeichentrickfiguren.)

Im Voynich_Manuskript taucht auf Seite 73 die Beschreibung des Rituals auf, welches an dem kleinen Vogel stattgefunden hat:

“Geheime Muster dort am Boden des Paradieses

Der Grundriss des Vogeljungen im Ei ist die Erinnerung an den Vater. Es wird eine feierliche Mahlzeit am Vogeljungen eingenommen. Dann findet ein Umlauf auf den Leitlinien am Boden statt. Die Frauen decken die Speisen ab. Im Mondschein ist der Höhepunkt der heilige Schaum.”

(Die Inka bewirteten ihre Mumien rituell mit Bier und Mahlzeiten.)

Baum

 jüdische Menora © Thomas Ihle

Der Baum neben dem kleinen Vogel, ist gut zu erkennen. Besonders zu beachten sind die sieben abgehenden Äste vom Stamm.

Dies wiederholt sich bei der Menora, einem siebenarmigen Leuchter, bei welchem es sich um eines der wichtigsten Symbole des Judentums handelt.

Der Weltenbaum ist in den meisten Kulturen ein wichtiger Bestandteil der Mythologien. Mit seinen Wurzeln in der Unterwelt, seinem Stamm auf Erden und seiner Krone im Himmel erreicht er alle irdischen und überirdischen Weltenbereiche. Häufig trägt der Baum Früchte, die die Unsterblichkeit verleihen. Meist steht er in einem mystischen Garten, der mit dem Garten Eden gleichgesetzt werden kann. In seiner Krone halten sich adlerartige Vögel auf, die eine Verbindung zu den Göttern darstellen und auf die periodische Erneuerung des Lebens hinweisen. All dies sind prägnante Bestandteile der Nasca-Fläche und ihrer Phoenix-Geschichte.

Eidechse

Links neben dem Baum befindet sich die Eidechse, die heute leider kaum noch zu erkennen ist. Ebenso wie die Schlange, gilt die Eidechse bei den Urvölkern als Symbol der Wiedergeburt, da sie ihre alte Haut abwirft und Neues entstehen lässt.

Nach indianischer Vorstellung wacht die Eidechse über die Seele, wenn diese sich auf dem Weg zwischen der diesseitigen und der jenseitigen Welt befindet.

Bei den Maya war Hunab Ku der Weltenschöpfer. Sein Sohn Izamna ist der Hüter aller Wissenschaften und wird als Eidechse dargestellt.

Steinschleuder

Die Steinschleuder befindet sich oberhalb der 'Eispitze' des Nasca-Feldes. Rechts von ihr sehen wir die nun schon bekannte Schwitzhütte, deren Eingang immer nach Westen ausgerichtet war. Die Ägypter bezeichneten die Westseite eines Ortes auch als Totenreich. Und nun schließt sich der Kreis wieder, denn….

Dieses Zeichen stimmt mit zwei weiteren markanten Symbolen überein. Zum einen begegnet es uns bei der rechts stehenden ägyptischen Hieroglyphe wieder, die Tod bedeutet.

Das Sternbild Krebs, wie es mit dem bloßen Auge gesehen werden kann © Till Credner

Zum anderen ist es identisch mit dem Sternzeichen des Krebses, in dem die alten Ägypter und Babylonier 3000 v. Chr. eine Schildkröte sahen.

Zur Zeit der Antike erreichte die Sonne im Sternbild des Krebses ihren höchsten Punkt, der auch Sommersonnenwende genannt wird. Ab diesem Tage beginnt die Sonne wieder den Abstieg ihrer Bahn. Im übertragenen Sinne stirbt sie, um zur Wintersonnenwende wieder aufzuerstehen. Siehe hierzu auch die Rubrik: Jesus.

Zwei Sterne des Krebses, die nördlicher und südlicher Esel genannt werden, stehen dem schimmernden Sternenhaufen der Krippe beiseite. Unterhalb des Krebses finden wir das Sternbild der Jungfrau und der Wasserschlange, was uns nicht nur an die Weihnachtsgeschichte und die Darstellung Marias', stehend auf einer Schlange erinnert, sondern auch noch Bezug nimmt auf den Schlangenvogel, der wiederum als Zeichnung unterhalb der Steinschleuder auf der Nasca-Fläche zu sehen ist.

Zum Sternbild der Wasserschlange gibt es eine mythologische Geschichte. Apoll sendet einen Raben mit einem goldenen Becher aus, um Wasser für Zeus zu holen. Der Rabe kommt an einem Feigenbaum mit unreifen Früchten vorbei, verharrt einige Tage und nascht trotz Verbot von den reifen Feigen. Um nicht bestraft zu werden, greift er sich eine Wasserschlange und erklärt Apoll, die Schlange habe ihm den Weg zum Wasser versperrt. Apoll durchschaut die Lüge und setzt Rabe, Becher und Wasserschlange als Sternzeichen an den Himmel. Die Symbolik der verbotenen Früchte, des Feigenbaumes, der Schlange und der Mißachtung eines Verbotes, von den Früchten zu essen, ist uns wohl bekannt. Die Geschichte von Apoll erinnert auffallend an die Vertreibung aus dem Paradies.

Stier

© Goncalo Figueira

Östlich des Phoenix gibt es weitere Figuren in den Felsen. Als erstes fiel mir ein Stierkopf auf. Dies überraschte mich nicht, da der Stier in vielen Kulturen eine besondere religiöse Bedeutung hat.

Bei den Pharaonen begrüßte die göttliche Kuh die Verstorbenen. In Indien ist Nandi, der Stier, das Reittier von Shiva, einem der wichtigsten Götter des Hinduismus. Bei den Ägyptern wurde der weiße Min-Stier als Schöpfungsgottheit verehrt und der schwarze Apis-Stier mit dem toten Osiris gleichgesetzt.

In unserem Zusammenhang ist interessant, dass Osiris von seinem eifersüchtigen Bruder Seth zerstückelt wurde. Seine Geliebte und Schwester Isis sammelte die Leichenteile wieder ein und setzte sie zusammen. Die Seele von Osiris soll sich in der Zwischenzeit in dem Apis-Stier aufgehalten haben. Von dem wieder zusammengesetzten Geliebten konnte Isis Horus empfangen. Daher wunderte ich mich auch nicht, als ich das Bild des Stierkopfes auf der Nasca-Fläche wendete…

Hathor/ Isis/ Osiris/ Vulva

© Agon S. Buchholz

…denn aus dem Stier wurde Hathor, die ägyptische Himmelsgöttin der Liebe und des Friedens (Länge ca. 500 Meter). Sie wird meist in Gestalt einer Kuh mit Frauenkopf dargestellt. Ihr Name bedeutet 'Haus des Horus', womit ihr Mutterschoß gemeint ist. Sie gebar das göttliche Kind Horus, welches als Falke dargestellt wurde. Horus wurde als Licht- und Beschützergott verehrt und galt als Mittler zwischen den Göttern und den Menschen.

Hathor war bereits vor Anbeginn der Welt da und gebar die Sonne und alles weitere Leben: “Ich bin deine Mutter, die deine Gliedmaßen formte und deine Schönheit erschuf.”

Viele Bedeutungen der Hathor vermischten sich später mit der Göttin Isis, die als Überwinderin des Todes galt. Diese zeugte mit ihrem verstorbenen Bruder und Gemahl Osiris das Horuskind und schaffte somit eine Verbindung zwischen dem Diesseits und dem Jenseits. Die Darstellungen der Isis mit ihrem Kind Horus zeigen große Ähnlichkeit mit den Bildern von Maria mit dem Jesuskind.

Das Wort 'Vulva' bedeutet im Sanskrit, einer religiösen Sprache des Alt-Indischen, 'Eihaut' und 'Gebärmutter'. Außerdem ist das Symbol der Vulva bei allen Muttergottheiten zu finden. So auch auf diesem Nasca-Bild. Zwischen Isis und Osiris wird die Vulva so groß dargestellt, dass ich sie beinahe übersehen hätte. Beide, Isis und Osiris, schauen mit der Blickrichtung nach links. Die Vulva grenzt an der Krone von Isis. Osiris befindet sich hinter der Vulva. Hathor wurde auch Gebieterin der Vagina genannt, da sie in erster Linie als Göttin der Empfängnis und der Geburt galt.

Große Muttergöttin

Große Muttergöttin Kuh © public domain

Über die göttliche Dreiheit bzw. Dreieinigkeit ist viel bekannt. Daher verwundert es nicht, dass neben Isis und Osiris eine weitere Person zu sehen ist, die wiederum als Doppelbild erscheint. Die erste Ansicht zeigt uns wieder den Kopf einer Kuh. Dreht man die Felszeichnung, verändert sich die Schnauze des Rindes in das Gesicht einer alten Frau, die eine Haube trägt. (innerhalb der blauen Umrandung)

Taweret © Kay Pacha Gespiegelter Ausschnitt aus: Paul Hoecker - //Nonne im Laubgang von Dachau// © public domain

Der Kult der Großen Muttergöttin ist in allen Kulturen bekannt. Die Urreligionen standen im Zentrum der Verehrung dieser Muttergöttin, die aus sich selbst gebiert. Sie bringt den König, den sterbenden und immer wieder auferstehenden Gott, der alles weitere Leben zeugt, in die Welt. Hierbei handelt es sich um ein Zwitterwesen, das das Männliche und das Weibliche in sich trägt. Durch eine Spaltung dieses Wesens wird die Dualität ermöglicht. Nur so kann weiteres Leben entstehen. Die Mutter von Isis und Osiris heisst Taweret.

Die Vorstellung des Ur-Rinds, eines hermaphroditen Wesens, das alle weiteren Tiere zeugt, ist eng mit der Muttergöttin verbunden. Der Kreislauf der Natur, die lebensspendende Nahrung in Form der Muttermilch, selbst die Erschaffung der Welt durch das Quirlen des Milchozeans im Hinduismus, sind nur einige Beispiele, die den Bezug zwischen dem Schöpfungsmythos, der Muttergöttin und dem Rind aufzeigen.

Heuschrecke

© Siga

Die Heuschrecke befindet sich über dem Phoenix und war der größte Nahrungsfeind der Antike. In Griechenland war sie wegen ihres schönen Gesangs dem Gott Apollon geweiht.

Die Ägypter hatten große Angst vor diesen kleinen Tieren, da sie jahrelange Hungersnöte auslösen konnten. Gleichzeitig faszinierte sie das Schwarmverhalten. Ein großes Heer von Kriegern, die den Tod brachten, funktionierte ohne Anführer.

In der Bibel wird die Heuschrecke als 8. Plage Gottes genannt und als eine von Gott gesandte Strafe betrachtet.

In Amerika ist eine Heuschreckenart gefürchtet, die bezeichnender Weise Felsengebirgsschrecke genannt wird. 1875 zog ein Schwarm mit einem Ausmaß von 520 000 Quadratkilometern über das Land und verwüstete komplette Landstriche. Die über dem Meer verendeten und wieder an Land gespülten Insekten sollen einen Berg von ca. 5 Meter Höhe am Ufer gebildet haben.

Vogel am Kreuz

Dieses Kreuz befindet sich unterhalb der eiförmigen Nasca-Fläche. Am Kreuz hängt der Vogel, der sich mit Hilfe der Sonnenstrahlen tötet, um neues Leben zu ermöglichen.

In der griechischen Mythologie begegnet uns Atlas (griechisch Ἄτλας, Träger), ein Titan, der das Himmelsgewölbe am westlichsten Punkt der Welt stützt.

Atlas wird zu Stein. Rechts entflieht Perseus auf seinen Flügelschuhen. (Gemälde von Edward Coley Burne-Jones, 1882, Southampton City Art Gallery) © public domain

Herakles, ein Sohn des Zeus, sollte die goldenen Äpfel der Hesperiden beschaffen, da sie ewige Jugend verleihen. Diese wurden vom hundertköpfigen Drachen Ladon bewacht. Als Herakles bei seiner Exkursion auf Atlas traf, bot sich dieser an, die Äpfel für Herakles zu pflücken, damit ihm der Kampf gegen den argwöhnischen Drachen erspart bliebe. Währenddessen sollte Herakles Atlas beim Tragen des Firmaments ablösen. Der Held bedankte sich und lud die Himmelssphäre auf seine Schultern, während der Titan die goldenen Äpfel besorgte. Berauscht von seiner neuen Freiheit wollte Atlas diese nun selbst überbringen. Auch damit war Herakles zum Schein einverstanden, bat aber Atlas die Last nochmals für kurze Zeit zu übernehmen, damit er seinen Umhang neu ordnen könne, um so ein Stoffpolster zwischen Schulter und Last zu schaffen. Atlas erfüllte ihm diesen Dienst; Herakles dagegen machte sich mit der Beute auf und davon.

Auch Perseus begegnet Atlas auf seinen Reisen und bittet um Gastfreundschaft. Als ihm diese verweigert wird, versteinert er Atlas mit Hilfe des abgeschlagenen Kopfes der Medusa.

Symbol der Venus © public domain

Zusammengefasst weisen all diese Legenden auf eine Gestalt aus Stein, die am westlichsten Punkt der Welt das Himmelsgewölbe, später das Weltenei auf ihren Schultern trägt. Zeichnerisch wird dies mit dem Symbol der Weiblichkeit, welches dem Planeten Venus zugeordnet wird, dargestellt.

Die nebenstehende ägyptische Hieroglyphe, die wie ein Ei mit einem Kreuz © public domain aussieht, hat die Wortbedeutung Vollkommenheit. Zur besseren Ansicht wurde die Hieroglyphe an der Längsachse gespiegelt.

Auch auf unserer Nasca-Felszeichnung trägt der sterbende Vogel am Kreuz das Weltenei auf seinen Schultern.

Und auch hier tritt die größte Überraschung ein, wenn man das Nasca-Bild um 180° wendet.

Jesusgesicht

© public domain

Noch aus einer Höhe von 100 Kilometern ist ein Gesicht zu erkennen, welches mich sofort an die typische Darstellung von Jesus am Kreuz erinnerte.

Die Fläche, auf der sich das Gesicht bzw. das Kreuz befindet, ist mit ca. 500 Quadratkilometern genau so groß, wie die Nasca-Ebene.

Condor / Grallator

Grallator © Alnus

Die Bezeichnung des Condors (ca. 127 x 117 Meter), der sich mittig auf der Fläche befindet, verwunderte mich, da die Länge des Schnabels nicht zu einem Condor passt. Ich schaute mich in der heimischen Tierwelt Perus um und stieß auf einen Vogel, der wesentlich geeigneter erscheint. Es handelt sich um den Stelzenläufer, der im Lateinischen 'grallator' genannt wird. Bei diesem Vogel handelt es sich nach DNA-Untersuchungen um einen UrVogel.

Gral erklärt sich von selbst. In alten Schriften wird er allerdings nicht als Kelch bezeichnet, sondern als einen Stein, der in Form von Inschriften Anweisungen gibt, die vor Tod und Alter schützen.

Lator bedeutet im Lateinischen Antragsteller oder Bittsteller. Ein Bittsteller ist jemand, der für einen anderen um Gnade bittet. Der Vogel ist dafür bekannt, dass er auch nachts schrille Schreie ausstößt. Somit wäre der Grallator jemand, der für uns Menschen ständig um Gnade ruft, der Gral-Rufer.

Nach gängigem Lexikoneintrag gibt es angeblich keine Herleitung des Wortes Gral. Dies ist falsch, da das Wort im Sanskrit, der alten heiligen Sprache der Inder auftaucht und dort Oberhaupt bedeutet. Die Wortkombination bshugs-gral bedeutet: a) Stelle, an der die Bittsteller auf ihre Segnung warten/ b) Stelle, an der die Bilder in einem Tempel angebracht sind = wieder ein Verweis auf die symbolhaften Bilder der Nasca-Fläche.

Es kann kein Zufall sein, dass in dem Wort Grallator die lateinische und indische Bedeutung für Bittsteller steckt.

Der Grallator hat die gleiche schwarz/weiß-Zeichnung wie die Elster. Diese gilt im germanischen und indianischen Bereich als Götterbote und ist den Menschen freundlich zugetan.

Papagei

Betrachten wir die Symbolfläche von Nasca als eiförmig, mit dem darüber aufsteigenden Phoenix, dann befindet sich der Papagei in der Ei-Spitze.

Der Papagei ist ein Vogel Mittel- und Südamerikas. Der Name Ara wurde ihm angeblich von den Indianern gegeben. Das Wort Ara steht im Lateinischen für Altar, und zeigt auch eine Verwandtschaft zu dem lateinischen Begriff arare, welcher 'verbrannt sein' bedeutet. Die ältesten Altäre bestanden lediglich aus einer am Boden liegenden Steinplatte. An dieser Stelle kamen Menschen in Gemeinschaft zusammen und brachten den Göttern Opfer dar.

Dies könnte ein wichtiger Hinweis auf die Bedeutung der Nasca-Fläche sein und stimmt mit der Vermutung der englischen Archäologen überein, dass die Symbole, die alte Völker im Stein hinterließen, eine Huldigung an die Götter darstellen. Die gesamte Ebene kann als Altar verstanden werden, auf der das Brandopfer und die Phoenix-Geschichte im Mittelpunkt der Aussage stehen. (siehe: das Sator-Quadrat)

Zunächst war mir unklar, warum über dem Papagei auf der Nasca-Fläche oberhalb seines Kopfes zwei längliche Rechtecke gezeichnet wurden. Denn alle anderen Tiere auf der Nasca-Fläche sind sehr naturgetreu wiedergegeben. Ich hielt sie für die Darstellung seiner gespreizten Flügel. Als ich über die ägyptische Hieroplyphe für Altar stolperte, verstand ich den Zusammenhang. Zum deutlicheren Vergleich habe ich die Hieroglyphe an der Längsachse gespiegelt.

Kolibri / Papagei / Wasserpflanzen

Der Schnabel des Kolibri endet an einer Reihe von Linien. Seine Gesamtlänge beträgt ca. 96 Meter. Die letzte Linie weist nach der Forschung von Maria Reiche auf den Punkt der aufgehenden Sonne zur Wintersonnenwende am 21. Dezember.

Der Kolibri ernährt sich bekanntlich vom Nektar. Es gibt auch einen göttlichen Nektar, Amrita. Dies ist ein Lebenstrank, den Götter und Menschen benötigen, um ihr Leben zu verlängern. Er wird auch der Trank der Unsterblichkeit genannt.

Laut den Maya ist der Kolibri ein Vogel, der sich nur an den schönen Plätzen des Lebens aufhält und unser Herz öffnen soll. Er ist der Bewohner des fünften Weltzeitalters.

Bei den Azteken ist der Kriegs- und Sonnengott Huitzilpochtli die Verbindung zum Kolibri. Seine Name wird von dem aztekischen Wort 'huitzilin' abgeleitet, was soviel bedeutet wie 'Kolibri der linken Seite'. Dies ist interessant, da sich der Kolibri nach unserer Ausrichtung auch an der linken Seite der eiförmigen Nasca-Fläche befindet. Außerdem glaubten die Azteken, dass alle Männer, die in einem Krieg gefallen sind, als Kolibri wiedergeboren werden.

Noch spannender finde ich aber die Tatsache, dass die Maya der Meinung waren, Gott habe die Menschen aus Maiskörnern erschaffen. Die ersten vier Frauen der Erde hatten den Namen Himmelswasser, Brunnenwasser, Kolibriwasser und Papageienwasser. Somit könnte der Teil der Zeichnungen mit dem Kolibri, dem Papagei und den beiden Wasserpflanzen ein Hinweis der Maya auf diese ersten Menschen ihrer Mythologie sein.

Affe

© Markus Leupold-Löwenthal Indischer Affengott Hanuman © public domain Jesusbildnis © Bremond Eine der bekanntesten Mythen Chinas ist die Geschichte von Sun Wukong, dem Affenkönig. Sie wird in dem klassischen Roman 'Die Reise nach Westen' erzählt. Sun Wukong wurde als steinernes Ei aus einem Felsen geboren. Er hat übernatürliche Fähigkeiten, konnte seine Größe beliebig verändern und fliegen. Als er den chinesischen Mönch Xuanzang trifft, der für seinen Kaiser die Schriften Buddhas holen soll, begleitet er ihn auf seiner Reise und findet seine Lebensaufgabe. Trotzdem verlangt er in seinem Hochmut nach der Unsterblichkeit. Um ihn zu bändigen, hält ihn der Buddha 500 Jahre unter einem Berg gefangen.

steinernes Ei/ aus einem Felsen geboren - die eiförmige Nasca-Fläche

500 Jahre/ Unsterblichkeit - Inhalt der Phoenix-Geschichte

Hanuman ist der indische Affengott, der von den Göttern die Unverwundbarkeit und die ewige Gesundheit verliehen bekommt. Er ist maßgeblich an der Rettung von Sita, der Fruchtbarkeitsgöttin beteiligt, die von bösen Dämonen gefangen gehalten wurde. Auch er kann fliegen und seine Größe beliebig verändern. Um seine Loyalität gegenüber Sita und ihrem Ehemann Rama zu bezeugen, reißt er sich den Brustkorb auf und zeigt das Bildnis der beiden in seinem Herzen. Ebenfalls eine Darstellung, die an Jesusbilder erinnert.

Im Mahayana-Buddhismus gibt es den Erleuchteten Avalokiteshvara. Dieser kann alle Töne der Menschen wahrnehmen und ihr Leid und ihre Klagen hören. Er ließ aus seiner Hand einen Lichtstrahl auf die Erde hernieder, der sich in einen Affen verwandelte. Dieser Affe soll uns Menschen behilflich sein, wieder zum universellen Mitgefühl zurückzufinden.

Hund

© Colegota Anubis © Jeff Dahl

Anubis ist der altägyptische Gott der Totenriten.

Er half bei der Zusammensetzung der Leichenteile von Osiris und mumifizierte die Leiche. Er führt nach dem Tode die Seelen zum Feld der himmlischen Opfergaben.

Wieder der Begriff 'Feld', der die Verbindung zum Nasca-Feld erlaubt.

Upuaut auf seiner Standarte © public domain

Upuaut, ein weiterer ägyptischer Totengott, schreitet auf Abbildungen dem königlichen Festzug des Osiris voraus. Daher erschließt diese Gottheit bei den Ägyptern den Verstorbenen die Wege im Jenseits (der Duat).

Schlangenvogel

Hier sehen wir die Darstellung des ägyptischen Gottes Apophis, der auch als Bruder des Sonnengottes Re bezeichnet wird und somit im Gegensatz zu seinem Bruder, dem Sonnengott, die Dunkelheit und das Chaos verkörpert. Re und Apophis kämpfen täglich miteinander. Apophis wird in diesem Kampf zerstückelt, aber ständig wiedergeboren. Der Kampf des Guten gegen das Böse. Die Geschichte erinnert sehr an den Osirismythos.

Bei dem nebenstehenden Bild handelt es sich um einen Auszug aus dem ägytischen Totenbuch. Hier wird der Kampf von Apophis mit einem Esel dargestellt. Der Esel steht für den ägyptischen Gott Seth sowie für den Griechischen Sonnengott Apollon. Somit sehen wir wieder die bildliche Darstellung des ewigen Kreislaufs. Siehe hierzu auch die Erklärung zur Heuschrecke.

Zwei Sterne des Krebses, die nördlicher und südlicher Esel genannt werden, stehen dem schimmernden Sternenhaufen der Krippe beiseite. Unterhalb des Krebses finden wir das Sternbild der Jungfrau und der Wasserschlange, was uns nicht nur an die Weihnachtsgeschichte und die Darstellung Marias', stehend auf einer Schlange erinnert, sondern auch noch Bezug nimmt auf den Schlangenvogel, der wieder als Zeichnung unterhalb der Steinschleuder auf der Nasca-Fläche zu sehen ist.

Zum Sternbild der Wasserschlange gibt es eine mythologische Geschichte. Apoll sendet einen Raben mit einem goldenen Becher aus, um Wasser für Zeus zu holen. Der Rabe kommt an einem Feigenbaum mit unreifen Früchten vorbei und verharrt einige Tage, um trotz Verbot von den reifen Feigen zu naschen. Um nicht bestraft zu werden, greift es sich eine Wasserschlange und erklärt Apoll, die Schlange habe ihm den Weg zum Wasser versperrt. Apoll durchschaut die Lüge und setzt Rabe, Becher und Wasserschlange als Sternzeichen an den Himmel. Die Symbolik der verbotenen Früchte, des Feigenbaumes, der Schlange und der Mißachtung eines Verbotes, von den Früchten zu essen, ist uns wohl bekannt. Die Geschichte von Apoll erinnert auffallend an die Vertreibung aus dem Paradies.

Alligator

© public domain

Der Alligator ist in meinem Augen die Darstellung eines Ichneumon, der in Ägypten als heiliges Tier verehrt wird, da er ein großer Feind der Schlangen ist. Ich habe die Zeichnung aus Maria Reiches Buch 'Geheimnis der Wüste' übernommen, da die Bodenzeichnung über Satellitenaufnahme nicht zu erkennen ist. Das Original-Foto in ihrem Buch zeigt aber auch, dass die Linie des Kiefers falsch verfolgt wurde. Somit müssen wir uns den Unterkiefer wegdenken. Dadurch wird die Übereinstimmung mit einem Ichneumon noch konkreter.

Die Spirale unter der Zeichnung ist ein Schlangensymbol und gleichzeitig die Darstellung des Nabels der Welt.

Der ägytische Schöpfergott Atum verkörpert sich als Widder, Affe oder Ichneumon.

Die ägyptische Göttin Uto wird als Schlange mit Flügeln (Drache) oder als Kuh dargestellt. Ihr heiliges Tier ist der Ichneumon. Später wird aus ihr Isis, die Mutter von Horus.

In Griechenland gibt es die Geschichte von Zeus, der mit einer Geliebten ein Kind zeugte. Seine Ehefrau war darüber so wütend, dass sie mit Hilfe der Göttin Eileithyia diese Geburt zu verhindern versuchte. Die Magd der Gebärenden aber trickste Eileithyia aus. Zur Strafe wurde sie in einen Ichneumon verwandelt.

Das Besondere an der Spirale ist der doppelte Ein-/Ausgang. Der Weg hinein führt in die entgegengesetzte Richtung zum Weg nach außen.

Spinne

© Colegota

Die Spinne webt mit ihrem Faden ein Netz. Der Faden hatte bei den alten Völkern der Maya, der Inka und den Dogon eine besondere Bedeutung. Er verband uns mit der Welt der Götter. Die obere Querstange des Webrahmens wird 'Himmelsstange' genannt, die untere Sprosse steht für die Erde. Die Welt dazwischen wird durch das Weben erschaffen.

Die indische Schöpfergöttin und Weltenweberin heißt Maya. Auch die Mutter von Siddhartha Gautama, dem Begründer des Buddhismus, soll Maya geheißen haben. Ebenso wie die Mutter des griechische Götterboten Hermes. Die Maya-Mondgöttin Ixchtel war eine Spinne, die den Menschen das Weben beibrachte.

In vielen alten Darstellungen wird das Weben mit einem Vogelmotiv verknüpft. Häufig befinden sich Vogeldarstellungen auch auf Webgewichten.

Bei den Inka gab es eine Knotenschrift, mit deren Hilfe Fäden in gesprochene Worte verwandelt werden konnten.

Auf der Nasca-Ebene ist eine Konstruktion aufgezeichnet, die an einen Brettchenwebrahmen erinnert. Bei dieser Webtechnik werden die Fäden vor dem Weben nochmals verdreht und erreichen somit eine Zugkraft und Feinheit, für die noch heute die mexikanischen Webarbeiten bekannt sind. In alten mayanischen Gräbern wurden Webstoffe aus Lamawolle gefunden, die feiner verarbeitet waren als Seide. Die lange Verbindungslinie, die auf den rechten Bildrand zuläuft, trifft auf einen Steinhaufen, der in Form von zwei Lamas aufgeschichtet wurde.

In Griechenland ist es die Göttin Athene, die den Menschen das Weben beibringt. Als Athene von der jungen Weberin Arachne zu einem Wettstreit herausgefordert wird und Arachne diesen gewinnt, verwandelt Athene sie zur Strafe in eine Spinne.

Betrachtet man all diese Zusammenhänge, dann sind die weiteren Zeichnungen in der Felswand verständlich, wie…

Spindel

Eine Frau auf dem Markt von Ayacucho, Peru spinnt mit einer Handspindel © Tabea Huth

…die Spindel (Länge ca. 240 Meter). Sie ist so deutlich gezeichnet, dass man meint den Faden abwickeln zu können. Nun erklärt sich auch das bis heute als Lochmuster bezeichnete Gebilde in den Felsen…

Stoff

Leinwandgewebe unter dem Mikroskop © public domain

…bei dem es sich um die Darstellung eines gewebten Stoff's handelt. Man kann die Kett- und Schussfäden sehr gut erkennen.

Nach indischer Vorstellung webt die Göttin Maya einen Stoff, aus dem unsere Welt entsteht. Mit diesem Gewebe gaukelt sie uns eine Illusion vor und hält uns damit von dem Reich der Götter fern. Sie webt uns einen materiellen Schleier vor die Augen und vernebelt damit unsere Sicht.

Die Buddhisten sprechen daher von der Lebensaufgabe, dass sich der Mensch von Maya befreien muss.

Blume

Seschat © Jeff Dahl

Leider ist die Blume auf Google Earth kaum zu erkennen, daher nebenstehend nochmals meine Zeichnung.

Seschat war die altägyptische Göttin der Schreibkunst. Sie war auch für die Schnurspannung heiliger Gebäude zuständig, mit deren Hilfe der Grundriss von Tempeln im alten Ägypten festgelegt wurde. Ihr Merkmal war die Blume auf dem Kopf.

Wal

Betrachtet man die Schwanzflosse der als Wal bezeichneten Zeichnung, dann handelt es sich hierbei eher um einen Hai.

Bei den Indianern gibt es die Geschichte vom Donnervogel, der sehr viel Ähnlichkeit mit dem Phoenix hat, da auch er der Welt die Offenbarung bringt und sie von Unreinheiten reinigen soll. Dieser Donnervogel brachte mit Hilfe von Lichtblitzen einen Wal unter Kontrolle, der die Menschen bedrohte. Der Donnervogel wird häufig mit einem Walgerippe in seinen Klauen dargestellt.

Wenn wir uns die Zeichnung anschauen, sehen wir die Lichtlinie, die den Tierkörper trifft. Der Wal/ Hai reißt sein Maul auf. Unterhalb von ihm erkennt man das Gerippe.

Auch diese Geschichte erinnert wieder an die griechische Mythologie. Hier heißt der Wal Cetus, wobei ceti im Lateinischen mit Hai übersetzt werden müsste. Cetos bedroht die schöne Andromeda, die von ihrer eigenen Mutter Kassiopeia geopfert werden soll. Kassiopeia hatte sich den Unmut von Poseidon zugezogen, weil sie behauptete schöner als die Meeresnymphen zu sein. Perseus eilt herbei und rettet Andromeda mit Hilfe des abgeschlagenen Kopfes der Medusa.

© BishkekRocks

In alten griechischen Darstellungen allerdings, blendet Perseus das Ungeheuer mit Hilfe von Spiegeln. Dies ist auf der nebenstehenden Vase gut zu erkennen. Hier hält Perseus Andromeda einen Spiegel vor das Gesicht und leitet den Lichtstrahl mit einem zweiten Spiegel weiter. Wenn man bedenkt, dass der Hauptstern im Sternbild der Andromeda die 110-fache Kraft der Sonne hat, ist diese Darstellung gut verständlich. Somit wird auch hier wieder ein Meeresungeheuer mit Hilfe von Licht besiegt.

Über die Beschriftung der Vase wurde notiert, dass die Schrift linksläufig sei. Dies ist aber falsch, die Schrift wurde gespiegelt, um dem Geschehen nochmals Nachdruck zu verleihen. Außerdem wurde der Buchstabe San anstelle des gängigen Sigma benutzt. Handelt es sich hierbei um einen Zufall? Der Volksstamm der San lebt im Süden Afrikas und gehört vermutlich zu den Ursprüngen der Menschheit. Das besondere an diesem Stamm ist ihre Gemeinschaft, die in absoluter Gleichheit aller Stammesmitglieder lebt. Es gibt keine Bestrafungen. Einzig die Ausgrenzung aus der Gemeinschaft für ein bis zwei Tage soll bei Verfehlungen ein Umdenken bewirken.

Marduks Kampf gegen Tiamat © public domain

In Mesopotamien heißt das Seeungeheuer Tiamat. Es steht für die kosmisch weibliche Energie. Ea, ein Fruchtbarkeitsgott, zeugte Marduk. Marduk wiederum spaltetet das Ungeheuer Tiamat. Aus den beiden Hälften bildeten sich Himmel und Erde.

Neue Nasca Scharrbilder




MYSTERIUM

  • Manches, was der Geist erkennt,
  • niemals sich mit Namen nennt.
  • Unaussprechliches zu fühlen,
  • nach der Dinge Mitte zielen,
  • schließt uns Seelentiefen auf.
  • Einer höhern Wahrheit Kern,
  • die dem Göttlichen nicht fern,
  • jenem Telos nachzustreben,
  • Seelenwahrheit zu erleben,
  • allen Reichtum geb' ich drauf.

Alfried Lehner




Für Rob, bei dem ich sein darf, was ich bin:

  • Mit jeder gestellten Frage und jeder Antwort
  • Befinden wir uns in einem Prozess des Wachstums
  • Wir wirbeln und vereinen uns
  • In einer aufsteigenden Lichtsäule
  • Vergangenheit gleitet von uns ab
  • Und verliert sich in den Tiefen
  • Den Blick fest gerichtet auf die Sonne
  • Erreichen wir unsere Zukunft bereits vor der Zeit
  • Die Bestimmung erkennend
  • Den Weg sehend
  • Das Ziel vor dem inneren und dem äußeren Auge
  • Erleben wir das größte Geschenk -
  • Die Wiedervereinigung vor dem Schritt in die andere Welt
  • Aus zwei getrennten Hälften wird wieder ein Ganzes
  • Unsere Liebe birgt eine Kraft
  • Die alle irdischen Gesetze aushebelt

Deine Kay Pacha

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